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Israelische Armee inhaftiert zwei Kriegsdienstverweigerinnen zum 4. Mal
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Tamar Alon und Tamar Zeevi. Foto: Haggai Matar

Tamar Alon und Tamar Zeevi. Foto: Haggai Matar


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Israelische Armee inhaftiert zwei Kriegsdienstverweigerinnen zum 4. Mal

von Yael Marom

Am 9. Januar 2017 schickte die israelische Armee zwei Kriegsdienstverweigerinnen zum vierten Mal ins Gefängnis, gerade mal fünf Tage nach Verbüßung der dritten Haftstrafe. Nachdem die 19-jährige Tamar Ze’evi und die 18-jährige Tamar Alon zum Einberufungsbüro in Tel Hashomer gegangen waren und erneut ihre Weigerung deutlich machten, zur Armee zu gehen und sich an der Besatzung zu beteiligen, wurden sie zu jeweils 30 Tagen Haft verurteilt. Die Armee entschied zudem, die beiden Frauen zu trennen und sie in unterschiedliche Gefängnisse zu schicken. Am Ende dieser Haftzeit werden sie jeweils 74 Tage wegen ihrer Kriegsdienstverweigerung im Gefängnis verbracht haben.

Vor dem Eingang des Einberufungsbüros sagte Tamar Ze'evi: „Die Entscheidung, die Ableistung des Militärdienstes zu verweigern, ist ein Meilenstein, um das Leben in diesem Heimatland zu einem Leben in Frieden, Freiheit und der Gemeinschaft zu machen. Mit unserer Weigerung, Teil eines Systems der Unterdrückung zu werden, sind wir solidarisch mit allen, denen die Freiheit der Entscheidung genommen wurde.“

Alons Mutter, Moria Shlomot, postete am Dienstag auf Facebook: „Angst vor dem Bund von zwei mutigen Frauen? Gestern Abend wurden die beiden Tamars erneut verurteilt. Sie erhielten jeweils 30 Tage Haft wegen ihrer Weigerung, sich an der Besatzung zu beteiligen. Als sie das Gefängnis Nr. 6 erreichten, wurde ihnen gesagt, dass sie dieses Mal getrennt würden und meine geliebte Tochter Tamar Alon erst zum Rekrutierungsbüro gebracht werden würde und später in das Gefängnis Nr. 4. Am Abend erklärten beide in Telefongesprächen, die sie mit ihren Eltern führen durften, dass sie trotz der Schwierigkeiten weiter guten Mutes sind!“

Corinne Ze’evi, Mutter von Tamar Ze’evi, erklärte am Dienstag: „Tamars Aktion gibt mir wieder Hoffnung und den Wunsch aktiv zu werden, bevor ich verzweifele.“

Beide Verweigerinnen hatten darum gebeten, einen zivilen Dienst statt des Militärdienstes ableisten zu können. In ihrer Verweigerungserklärung schrieb die aus Jerusalem kommende Tamar Ze’evi: „Unabhängig von meiner Liebe zu dem Land und zu den Menschen, mit denen ich lebe, möchte ich glauben, ja, ich glaube daran, dass es einen anderen Weg gibt und dass eine Veränderung möglich ist.“ (...mehr)

Die aus Tel Aviv kommende Tamar Alon schrieb in ihrer Erklärung: „Ich kann nicht akzeptieren, dass davon ausgegangen wird, dass die Unterdrückung einer anderen Nation, die Versagung von grundlegenden Menschenrechten, Rassismus und Hass lebenswichtig für die Existenz Israels sein sollen.“ (...mehr)

An dem Tag ihrer Freilassung von der dritten Haftstrafe berichtete Tamar Alon auf Facebook über ihrer Freundschaft zu Tamar Ze’evi. Sie waren durch Tair Kaminer miteinander bekannt gemacht worden, die letztes Jahr wegen ihrer Kriegsdienstverweigerung insgesamt fünf Monate in Haft war, die längste Zeit für eine Kriegsdienstverweigerin in Israel bislang. Tamar Alon schrieb: „Obwohl unserer Freundschaft gerade mal vor 44 Tagen begann, ist sie schon durch so viel gegangen und ist nun so gut, wie sie überhaupt sein kann. Ich bin stolz darauf zu sagen, dass Tamar vor allem eine Freundin ist – und dann auch eine Verbündete. Unser Kampf ist nicht leicht, gemeinsam und jeweils alleine begegnen wir Menschen, die undankbar sind, uns verfluchen und uns persönlich hassen. Aber in dieser Gemeinschaft habe ich trotz dieser Schwierigkeiten immer das Gefühl, dass jemand bei mir ist.“


Yael Marom: Israeli army jails two conscientious objectors for fourth time. 10. Januar 2017. Yael Marom ist Öffentlichkeitsreferent von Just Vision und Mitherausgeber von Local Call, wo dieser Artikel in Hebräisch erschien. Übersetzung aus dem Hebräischen: Natasha Roth, aus dem Englischen: rf. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe Februar 2017.



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