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„Die Tour war eine großartige Gelegenheit“
Connection e.V.
Internationale Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure
Maikel und Mark Sanad auf dem Tahrir-Platz in Kairo

Maikel und Mark Sanad auf dem Tahrir-Platz in Kairo


Zum Weiterlesen

(25.07.2012) 
No to Compulsory Military Service Movement: Ägypten: Zur Erklärung zur Kriegsdienstverweigerung von Emad El Dafrawi und Mohamed Fathy
(20.06.2012) 
Franz Nadler und Rudi Friedrich: Aus der Arbeit von Connection e.V. - Februar bis Juni 2012
(16.06.2012) 
Quer TV: Ägypten: Ein kritischer Blick mit dem ägyptischen Militärkritiker Maikel Sanad und seinem Bruder Mark Sanad - Film über die Veranstaltung in Mainz auf Youtube
(29.05.2012) 
Die Glocke zu Maikel Nabil Sanad - Deutsche Demokratie hautnah erleben
(25.05.2012) 
Kölner Stadtanzeiger zu Maikel Nabil Sanad - Durch das Blog zur Freiheit
(24.05.2012) 
qantara.de über den ägyptischen Blogger Maikel Nabil Sanad - ’’Die Wahlen sind eine Täuschung’’
(23.05.2012) 
Süddeutsche Zeitung über ägyptischen Aktivisten Maikel Nabil Sanad - "Ich bin ein toter Mann"
(23.05.2012) 
Bildergalerie: Veranstaltungen mit dem ägyptischen Militärkritiker Maikel Sanad und seinem Bruder Mark Sanad, 21.-31. Mai 2012
(23.05.2012) 
Deutschland/Ägypten: Menschenrechtsbeauftragter trifft Maikel Nabil - Link zur Pressemitteilung des Auswärtigen Amts
(21.05.2012) 
Frankfurter Rundschau über Maikel Nabil Sanad - Ägypten: ’’Die Wahlen sind eine Täuschung’’
(16.05.2012) 
Connection e.V., amnesty international, Bund für Soziale Verteidigung und DFG-VK Bildungswerk Hessen: Rundreise des ägyptischen Militärkritikers Maikel Nabil Sanad und seines Bruders Mark Sanad - Einladung zur Pressekonferenz
(16.05.2012) 
I´m against Compulsory Recruitment - Video by No to Compulsory Military Service Movement on YouTube
(02.05.2012) 
Connection e.V., Amnesty International, Bund für Soziale Verteidigung und DFG-VK Bildungswerk Hessen: Ägyptischer Frühling – Zwischen Revolution und Militärherrschaft - Veranstaltungsreihe mit dem Militärkritiker Maikel Nabil Sanad und seinem Bruder Mark Sanad, 21.-31. Mai 2012
(21.04.2012) 
Interview mit Maikel Nabil Sanad: “Ich breche Tabus”
(14.04.2012) 
Ich verweigere die Wehrpflicht - Ägypten: Verweigerungserklärung von Emad El Dafrawi
(07.04.2012) 
Ikkevold: Ägypten: Militär verurteilt oppositionellen Major zu sechs Jahren Haft
(25.01.2012) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägypten: Militärkritiker Maikel Nabil Sanad freigelassen
(24.01.2012) 
Maikel Nabil Sanad: „Ich lehne die Begnadigung ab – Ich habe kein Verbrechen begangen“
(22.01.2012) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägypten: Militärkritiker Maikel Nabil Sanad begnadigt, aber nicht freigelassen
(15.12.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägypten: Militärkritiker und Blogger Maikel Nabil Sanad zu 2 Jahren Haft verurteilt - Ägyptisches Militär widersetzt sich internationaler Kritik
(08.12.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägypten: Militärgericht vertagt zum 5. Mal Verfahren gegen Militärkritiker - Maikel Nabil Sanad seit über 105 Tagen im Hungerstreik
(02.12.2011) 
International Federation of Liberal Youth (IFLRY): Inhaftierter ägyptischer Blogger Maikel Nabil Sanad erhält ersten Freiheitspreis
(15.11.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägypten: Militär verschleppt Verfahren gegen Militärkritiker Maikel Nabil Sanad - Seit über 80 Tagen im Hungerstreik
(12.11.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Solidarität mit verfolgten Bloggern in Ägypten - Schluss mit der Militärgerichtsbarkeit! - Freiheit für Maikel Nabil Sanad, Alaa Abd El Fattah und alle anderen Gefangenen!
(12.11.2011) 
Solidarität mit verfolgten Bloggern in Ägypten - Schluss mit der Militärgerichtsbarkeit! - Flugblatt zum Solidarity March with Egypt
(21.10.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Inhaftierter ägyptischer Militärkritiker soll in psychiatrische Klinik eingeliefert werden - Militärstrafverfahren gegen Maikel Nabil Sanad auf den 1. November vertagt
(14.10.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Erneute Verhandlung gegen ägyptischen Militärkritiker Maikel Nabil Sanad erst am 57. Tag seines Hungerstreiks
(12.10.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägyptisches Militär liefert Militärkritiker bewusst dem Tod aus - Urteil aufgehoben, Maikel Nabil Sanad wurde aber nicht freigelassen
(04.10.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Berufungsverhandlung für ägyptischen Militärkritiker vertagt - Unterstützerin auf Protestdemonstration verhaftet
(30.09.2011) 
Tausende demonstrieren in Kairo - Die Wut auf den Militärrat in Ägypten - Link zum Bericht der Tagesthemen über Maikel Nabil Sanad
(28.09.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägyptisches Militär nimmt Tod eines Kriegsdienstverweigerers und Militärkritikers in Kauf - Maikel Nabil Sanad kämpft um Leben und Freiheit
(08.09.2011) 
Connection e.V., War Resisters International und DFG-VK Hessen: Berufungstermin für ägyptischen Kriegsdienstverweigerer - Maikel Nabil Sanad - weiter in Hungerstreik - tritt erneut in Durststreik
(02.09.2011) 
Bildergalerie: Freiheit für ägyptischen Militärkritiker Maikel Nabil Sanad
(31.08.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Inhaftierter ägyptischer Kriegsgegner in Hunger- und Durststreik - Neuer Aktionstermin: 2. September
(31.08.2011) 
Ägyptischer Blogger kämpft um seine Freilassung - Artikel in Tagesspiegel, Berlin
(25.08.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägypten: Inhaftierter Militärkritiker im Hungerstreik - Connection e.V. und DFG-VK Hessen fordern Freilassung von Maikel Nabil Sanad
(17.08.2011) 
Umbruch in Ägypten: "Wir lassen uns die Revolution nicht stehlen" - Bericht über Maikel Nabil Sanad in DIE ZEIT
(15.08.2011) 
War Resisters’ International, Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Aufruf: Internationaler Aktionstag für Kriegsdienstverweigerer in Ägypten - Freiheit für Maikel Nabil Sanad
(24.06.2011) 
Connection e.V., War Resisters‘ International and DFG-VK Hessen: Ägypten: Inhaftierter Kriegsdienstverweigerer und Militärkritiker Maikel Nabil Sanad braucht Unterstützung
(24.05.2011) 
War Resisters International (WRI): Ägypten: Inhaftierter Pazifist und Blogger Maikel Nabil Sanad in Einzelhaft
(11.04.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägyptischer Militärkritiker zu drei Jahren Haft verurteilt - Connection e.V. und DFG-VK Hessen verurteilen scharf Verfolgung von Maikel Nabil Sanad
(08.04.2011) 
Bildergalerie: Protestkundgebung vor dem ägyptischen Konsulat
(04.04.2011) 
Ägypten: Die Armee und das Volk haben nie an einem Strang gezogen - Artikel von Maikel Nabil Sanad auf www.wri-irg.org
(30.03.2011) 
Connection e.V. und DFG-VK Hessen: Ägypten: Militär verhaftet erneut Kriegsdienstverweigerer - Maikel Nabil Sanad droht eine Verurteilung von bis zu drei Jahren Haft
(29.03.2011) 
War Resisters‘ International: Ägypten: Militär verhaftet erneut Pazifisten und Kriegsdienstverweigerer - Maikel Nabil Sanad droht fünf Jahre Haft durch Militärgericht
(09.03.2011) 
Interview with the Egyptian activist and blogger Maikel Nabil - Video on YouTube
(08.03.2011) 
Maikel Nabil Sanad: Ägypten: Die Armee und das Volk haben nie an einem Strang gezogen
(05.02.2011) 
Maikel Nabil Sanad: Nach 29 Stunden wurde ich freigelassen - Ägypten: Kriegsdienstverweigerer Maikel Nabil Sanad geschlagen und misshandelt
(04.02.2011) 
WRI, DFG-VK Hessen und Connection e.V.: Ägypten: Kriegsdienstverweigerer Maikel Nabil Sanad von Militärpolizei festgenommen - Proteste erbeten
(14.11.2010) 
War Resisters‘ International: Ägypten: Maikel Nabil Sanad freigelassen - Kriegsdienstverweigerer wurde ausgemustert
(21.10.2010) 
War Resisters’ International: Ägypten: Kriegsdienstverweigerer Maikel Nabil Sanad von Inhaftierung bedroht - Bitte um Unterstützung
(20.10.2010) 
"Ich weigere mich, in der ägyptischen Armee zu dienen, und trage die Konsequenzen" - KDV-Erklärung des ägyptischen Kriegsdienstverweigerers Maikel Nabil Sanad
Website von/of Maikel Nabil Sanad - Beiträge/Articles in Arabisch/Englisch/Hebräisch - Arabic/English/Hebrew
Egypt: No to Compulsory Military Service Movement - Beiträge/Articles in Arabisch/Englisch/Hebräisch - Arabic/English/Hebrew
DFG-VK Hessen - Link zur / Link to Website
War Resisters’ International (WRI) - Link zur / Link to Website

„Die Tour war eine großartige Gelegenheit“

Maikel Sanad über die Veranstaltungsreihe „Ägyptischer Frühling: Zwischen Revolution und Militärherrschaft"

Nach der Veranstaltungsreihe „Ägyptischer Frühling: Zwischen Revolution und Militärherrschaft“ sprachen wir mit Maikel Nabil Sanad über seine Erfahrungen und Eindrücke. Er hatte gemeinsam mit seinem Bruder Mark Sanad vom 21. bis 31. Mai 2012 in Köln, Bremen, Berlin, Hamburg, Leipzig, Ulm, Lahnstein, Mainz, Landshut und Ravensburg auf Abendveranstaltungen über die Situation in Ägypten berichtet und die Aktivitäten der Gruppe No to Compulsory Military Service (Nein zum militärischen Zwangsdienst) vorgestellt. (d. Red.)

Welche Schwerpunkte habt Ihr auf den Veranstaltungen gesetzt?

Wir haben unsere Schwerpunkte auf die Themen gesetzt, die unseres Erachtens wenig Beachtung in ägyptischen und internationalen Medien finden. Wir sprachen über die Kriegsdienstverweigerung in Ägypten, die Militarisierung der Schulen und wie das Militär in den demokratischen Prozess eingreift. Wir haben auch über die politischen Gefangenen gesprochen und besonders über die, die wegen Kritik an Religion oder Militär im Gefängnis sitzen. Uns ging es darum, die Aufmerksamkeit stärker auf diese Themen zu lenken. Und um das deutlicher zu machen, habe ich meine eigenen Erfahrungen geschildert. Ich erlebte, dass es die Menschen stärker anspricht, wenn sie von persönlichen Erfahrungen hören. So können sie realisieren, wie es ist, in einer Diktatur zu leben und gegen Militär und Militärherrschaft zu kämpfen.

Welche Reaktionen habt Ihr von den BesucherInnen auf den Veranstaltungen erhalten?

Die BesucherInnen waren sehr erfreut, nähere Informationen zu erhalten, da sie die Berichte der Medien als nicht ausreichend empfinden. Es war offensichtlich, dass sie detaillierter wissen wollten, was in Ägypten geschieht, wie sich die Situation von politischen Gefangenen wirklich darstellt, wie Militärgerichtsverfahren ablaufen, was die Gruppe der Kriegsdienstverweigerer macht, wie die demokratischen Veränderungen einzuschätzen sind und in welcher Weise sich das Militär einmischt. Es war gut, mit der Tour das Schweigen darüber zu brechen. All diese Dinge sind der Öffentlichkeit nicht gut genug bekannt.

Sind auch ÄgypterInnen zu Euren Veranstaltungen gekommen?

Einige kamen zu den Veranstaltungen. Manche von ihnen sind schon vor vielen Jahren aus Ägypten weggegangen. Einige hatten sich für meine Freilassung eingesetzt und waren nun sehr froh, mich selbst sehen zu können. So konnten sie erleben, dass ihre Aktivitäten Wirkung gezeigt und etwas bewirkt haben. Und die meisten von ihnen reagierten positiv auf meine politische Analyse und meine Erwartungen bezüglich der Situation in Ägypten. Es gibt keine wirkliche Demokratie, das hat auchdie vom Militärrat verordnete Auflösung des Parlaments gezeigt, die kurz nach der Tour veranlasst wurde. Das Militär ist nicht wirklich bereit, Demokratie zuzulassen. Wichtig war ihnen auch meine Einschätzung zum Verhältnis von Militär und Islamisten in Ägypten und wie sich dies auf den demokratischen Prozess im Land auswirken wird.

Konntet Ihr neue Kontakte auf der Tour aufbauen?

Ja, wir haben versucht, so viele Kontakte aufzunehmen, wie möglich. Die Tour war eine großartige Gelegenheit dazu, die verschiedensten Gruppen mit den unterschiedlichsten Hintergründen kennenzulernen. Da gab es ältere Aktive, die schon seit dreißig oder vierzig Jahren arbeiten. Andere, insbesondere von Gruppen von Amnesty International, haben vor ein paar Jahren mit den Aktivitäten begonnen. Es gab Gruppen mit religiösem Hintergrund, andere, die Friedensaktivitäten oder Flüchtlinge unterstützen. Es war uns sehr wichtig zu sehen, wie Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen für ähnliche Ziele arbeiten.

Für die Arbeit zur Kriegsdienstverweigerung war es gut, die Erfahrung von Aktiven in Deutschland zu hören. Wir arbeiten erst seit drei Jahren zu diesem Thema. Es ist sehr hilfreich, auf die Erfahrungen zurückgreifen zu können und zu sehen, welche Ansätze erfolgreich waren. So ist es auch möglich, Fehler zu vermeiden.

Und es war mir sehr wichtig, PolitikerInnen zu treffen, wie auch Menschenrechtsaktivisten, die auf internationaler Ebene tätig sind. Sehr gut war es auch, auf der Jahrestagung von Amnesty International sein zu können.

Hast Du Vorschläge zur Verbesserung solch einer Veranstaltungsreihe?

Es war sehr anstrengend, am selben Tag zu reisen und am Abend eine Veranstaltung durchzuführen. Vielleicht wäre es besser, dafür jeweils zwei Tage Zeit zu haben. Problematisch war auch, dass wir nicht überall Zugang zum Internet hatten. So sprachen uns die BesucherInnen auf den Veranstaltungen zu aktuellen Ereignissen in Ägypten an, von denen wir gar nichts wussten. Und dann gab es noch das Problem mit der Übersetzung: Nicht jeder, der arabisch spricht, kennt sich wirklich mit den politischen Begrifflichkeiten aus. Das war zum Teil wirklich schwierig. Ich weiß nicht, wie sich das Problem lösen lässt, aber es wäre sicher sinnvoll, hier eine bessere Lösung zu finden.

Du wirst nun in Deutschland studieren. Welche Pläne hast Du für die nächsten zwei Jahre?

Zunächst will ich mich darauf konzentrieren, ein Buch über meine Erfahrungen als politischer Gefangener zu schreiben. Meines Wissens gibt es solche Erfahrungsberichte aus Ägypten schon seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Und es muss unbedingt geschrieben werden. Ich will darin auch über meine Friedensaktivitäten berichten und über meine Kriegsdienstverweigerung.

Ein weiteres mir wichtiges Anliegen ist, den Aktivisten in Ägypten die Möglichkeit zu eröffnen, von den Erfahrungen in Europa zu profitieren. Wie war es in den verschiedenen Ländern möglich, demokratische Gesellschaften zu entwickeln, Freiheit zu erhalten und Frieden zu schaffen?

Hier in Deutschland wäre es wichtig, Druck auf die Regierung auszuüben, um die Waffenexporte an Diktaturen zu beenden, keine Waffen an Ägypten oder Saudi-Arabien zu liefern.


Interview mit Maikel Nabil Sanad: „Die Tour war eine großartige Gelegenheit“ - Maikel Nabil Sanad berichtet über die Veranstaltungsreihe „Ägyptischer Frühling: Zwischen Revolution und Militärherrschaft“. 21. Juni 2012. Die Fragen stellte Connection e.V. Der Beitrag wurde veröffentlicht in: Connection e.V. und AG »KDV im Krieg« (Hrsg.): Rundbrief »KDV im Krieg«, Ausgabe September 2012



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